Verwaltungsjobs nicht „sexy“ genug? Öffentlicher Dienst leidet unter Fachkräftemangel

verwaltung-fachkraeftemangel-suche

„Prämie für neue Rathaus-Mitarbeiter“ , „Verwaltungen jagen sich das Personal ab“, „Kommunen müssen als Arbeitgeber attraktiver werden“: So lauten die Schlagzeilen, wenn es um den wachsenden Fachkräftemangel in Verwaltung, Kommunen und Behörden geht. Wie kann der öffentliche Sektor als Arbeitgeber an Attraktivität gewinnen?

Öffentlicher Sektor in Not

Verwaltungen sehen sich in den nächsten Jahren einem noch stärkerem Fachkräftemangel ausgesetzt – auch und gerade, wenn es um Führungskräfte und höher qualifizierte Mitarbeiter geht.

fachkraeftemangel-branchen

© PWC: Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst

Jeder 4. ist über 55 Jahre alt

Die sich verändernde Altersstruktur der Beschäftigen ist für alle Branchen ein Problem – aber besonders in der kommunalen Verwaltung. 25% der dortigen Mitarbeiter sind bereits heute 55 Jahre oder älter. Ein spezieller Grund ist die eher restriktive Personalpolitik mit jahrelangen Einstellungs- und Wiederbesetzungssperren sowie einer Reduzierung des Ausbildungsangebots in den letzten Jahren.

verwaltung-vergreist

© Schmidt / Wilke 2016

Länger gesund bleiben wird immer wichtiger

Stress, Zeitdruck und Überbelastung sowie vergleichsweise niedrige finanzielle Anreize für gut Ausgebildete sind weitere Faktoren, unter im Wettbewerb um die Besten die die viele Behörden u einem unattraktiven Arbeitgeber für jüngere Menschen macht. Somit stehen die Verwaltungen vor einem Nachwuchsproblem, das vor allem den ländlichen Raum betrifft.

Die Überalterung der Beschäftigten zieht weitere Probleme mit sich, wie beispielsweise die hohen Krankenstände von bis zu 10. Ältere Arbeitnehmer sind nicht unbedingt öfter krank als jüngere, aber fallen meist länger aus. Es lohnt sich also gerade für kommunale Arbeitgeber, die Gesundheit der Belegschaft zu fördern.

Anträge stapeln sich, politische Beschlüsse können zum Teil nicht mehr zeitnah umgesetzt werden: Immer mehr Stadtverwaltungen leiden unter Personalnot. Das Gewinnen von neuen Kräften ist nicht leicht. Hinzu kommt, dass Verwaltungen sich zunehmend gegenseitig die Mitarbeiter abwerben.

Aktuelle Untersuchungen warnen: Der Fachkräftemangel im öffentlichlichen Sektor wird bis 2030 mit über 800.000 fehlenden Fachkräften im Vergleich zu andern Branchen am deutlichsten ausfallen.

Neues Personal? Früher ein Selbstgänger, heute ein Problem

Personalgewinnung war früher kein Thema im öffentlichen Dienst. Die Personalverantwortlichen konnten sich darauf verlassen, dass genug Talente kamen und blieben. Die Vorteile lagen auf der Hand: Arbeitsplatzsicherheit, solide verlässliche Perspektiven sowie Pensions-Privilegien taten ein Übriges. In Zeiten des klassischen Arbeitgebermarktes genügte es, in der Tagespresse oder Amtsblättern Stellen auszuschreiben und gelassen den Eingang vieler qualifizierter Bewerbungen abzuwarten. Wie sich jetzt in Zeiten geringer Arbeitslosigkeit zeigt, lag das aber weniger an der Strahlkraft des öffentlichen Dienstes als an günstigen Arbeitsmarktbezogenen, gesellschaftlichen und demografischen Rahmenbedingungen.

Starker Wettbewerb mit der Industrie – und unter den Behörden

Von einer „Abwerbeschlacht“ zu sprechen wäre sicher übertrieben, aber es gehen schon erste Behörden aktiv auf passende Kandidaten anderer Verwaltungen zu. Auch Personalberater beginnen, den öffentlichen Dienst als Quelle geeigneter Kandidaten für die Wirtschaft in den Blick zu nehmen.

Ein weiteres Problem ist: Die abschließenden Auszubildenden in Behörden, Kommunen und Stadtverwaltungen wollen sich häufig nicht übernehmen lassen. Andere Arbeitgeber „draussen“ erscheinen vielen Talenten attraktiver.

Personalknappheit führt zu Bearbeitungsstau

Die Personallücken führen wiederum dazu, dass man nicht alles umsetzen kann, was die Politik beschlossen hat: Bauanträge, Sozialfragen, Instandhaltungsprojekte, Weiterentwicklung der eigenene Organisation – irgendetwas muss immer warten. Getroffene Beschlüsse werden nicht umgesetzt sondern gehen in Warteschleifen.

Schuld sind nicht etwa zu wenig Stellen. Vielmehr ist das Problem, dass die vorhandenen nicht besetzt werden können. Auch bei mehrfach ausgeschreibenen Stellen kommen nicht genug qualifizierte Bewerbungen. Zu wenig Menschen wollen in kommunalen Verwaltungen arbeiten oder sich dort ausbilden lassen.

„Das ist eines der vordringlichen Probleme, die uns in den nächsten Jahren beschäftigen werden“, sagt der Trittauer Bürgermeister Oliver Mesch jüngst dem Abendblatt. Es gebe viel zu wenig ausgebildete Verwaltungsfachkräfte auf dem Arbeitsmarkt.

Kommunnen haben etwas zu bieten

Die gute Nachricht ist: Der öffentliche Dienst befindet sich – ungeachtet eines teilweise leicht verstaubten Images – seit Jahren in einem Prozess der Modernisierung. Mehr Bürgernähe, Serviceorientierung, Kostensenkung und Verbesserung der IT sind vielfach schon umgesetzt oder in vollem Gange.

Auch die Jobprofile ändern und modernisieren sich: Socialmedia-Manager, Webredakteure, IT-Spezialisten oder Gesundheitsmanager werden vermehrt benötigt. Aber das sind genau die Profile, die auch von Betrieben gesucht werden.

Im Vergleich zur privaten Wirtschaft kann der öffentliche Dienst strukturelle Vorteile bei der Mitarbeiterbindung bieten: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Sicherheit des Arbeitsplatzes und die vergleichsweise komfortable Altersversorgung sind starke Argumente.

Wertschätzung zeigen: Gesundheitsförderung als individuelle Zusatzleistung

Fast alle sind sich einig: Um Mitarbeiter zu gewinnen, zu halten und die Identifikation zu unterstützen, muss die Verwaltung attraktiver werden. Und idealerweise hilft man den Arbeitnehmern dabei, lange gesund und leistungsfähig bleiben zu können. Vor allem betriebliche Gesundheitsförderung wird deshalb von immer mehr Personalverantwortlichen als geeignetes Instrument eingesetzt.

Diese lohnsteuerbegünstigen Zusatzleistungen wirken in 2 Richtungen: Sie unterstützen die Gesundheit einer älter werdenden Belegschaft und darüber hinaus die Attraktivität als Arbeitgeber – auch im Wettbewerb mit der Industrie. Studien zeigen: Gesunde Arbeitnehmer sind motivierter und besonders loyal. Das gilt umso mehr, wenn man die Mitarbeiter in die Auswahl der Gesundheitsmaßnahmen aktiv einbezieht.

Auch und gerade für Kommunen interessant: FitGutSchein

Wettbewerbsfähigkeit, Fachkräftemangel, Arbeitgeberattraktivität, Wertschätzung: Zukunftsorientierte öffentliche Arbeitgeber tun etwas gegen den Fachkräftemangel und für Ihre Attraktivität als Arbeitgeber. Mit dem FitGutSchein Netzwerk bieten Sie etwas, was andere nicht bieten. Die Umsetzung ist wirtschaftlich und einfach.